1 Maramar

Anmerkung Des Verfassers Beispiel Essay

Wie zitiere ich richtig?

 

Es gibt zwei Formen des Zitierens: das wörtliche (direkte) Zitat und das sinngemäße (indirekte) Zitat. Entscheidend ist aber bei beiden, dass der Sinninhalt eines Zitats nicht verändert werden darf (durch Auslassungen etc.).

Bei einem indirekten Zitat werden aus einem anderen Text Zahlenangaben, Informationen, Argumente oder Bewertungen sinngemäß, aber nicht wortwörtlich übernommen. Die Quelle eines indirekten Zitats muss offengelegt werden.

Beim direkten Zitat wird eine bereits publizierte Textstelle wortwörtlich übernommen, d. h. auch alle Schreibfehler und Hervorhebungen. Wörtliche Zitate sind durch Anführungszeichen zu kennzeichnen und die Quelle ist offen zu legen.

Amerikanische Zitierweise:
Bei der amerikanischen Zitierweise werden Quellennachweise direkt nach dem Zitat in Klammern in folgender Form gesetzt:
Nachname des Autors (ohne Komma) Jahreszahl, Seitenzahl des Zitats:
„Fernsehen ist in Deutschland […] immer ein Politikum gewesen“ (Karstens/Schütte 1999, 15).

Es können auch andere Zitierweisen genutzt werden, entscheidend ist aber eine konsequente Einhaltung der gewählten Zitierweise im ganzen Text.


Besonderheiten:

* Hervorhebungen im Original

Werden Hervorhebungen aus dem Original nicht übernommen, ist in eckigen Klammern auf diese Veränderung hinzuweisen: [im Original kursiv/fett/unterstrichen].

* Fehler im Original

Offensichtliche Fehler im Original, für die man nicht selbst verantwortlich gemacht werden möchte, können mit Zusatz [sic!] oder [!] gekennzeichnet werden.

* Auslassungen


Auslassungen in einem Zitat – von Satzteilen oder einzelnen Wörtern – sind durch drei Punkte in eckigen Klammern zu kennzeichnen: […].

* Hervorhebungen durch den Verfasser der Arbeit


Werden Worte oder Satzteile abweichend vom Original hervorgehoben, muss dies ebenfalls durch einen Hinweis in eckigen Klammern gekennzeichnet werden: [Hervorhebung durch den Verf.].

* Anmerkungen des Verfassers


Eigene Einfügungen in Zitate sind in eckigen Klammern mit einem entsprechenden Hinweis anzugeben: […– Anm. d. Verf.]. Solche Einfügungen sollten aber nur sparsam und wenn unbedingt notwendig verwendet werden.

* Änderung grammatikalischer Formen

Wird ein Zitat so in einen laufenden Satz eingefügt, dass sich dadurch gegenüber dem Original grammatikalische Formen verändern, so werden entweder die grammatikalisch nicht passenden Endungen oder die hinzugefügten bzw. veränderten Endungen in eckige Klammern gesetzt. Beispiel: Karstens und Schütte hielten fest, dass das „Fernsehen in Deutschland […] immer ein Politikum gewesen [ist]“ (1999, 15).

* Zitat im Zitat


In einem Zitat, in dem selbst zitiert wird bzw. auch Anführungszeichen verwendet werden, werden die ursprünglichen doppelten Anführungszeichen durch einfache ersetzt.

* Wiederholte Nennung des Autors


Bei vorheriger Nennung des Autors wird sein Name in der Quellenangabe nicht wiederholt: Das Argument von Foucault „…“ (1997, 34) scheint …

* Mehrere Werke eines Autors


Werden mehrere Werke eines Autors aus demselben Erscheinungsjahr zitiert, wird der Jahresangabe entsprechend ein Buchstabe beigefügt: (Foucault 1997a, 34).

* Mehrere Autoren


Bei bis zu drei Autoren werden alle Namen in der Quellenangabe aufgeführt: (Kröncke/Lauterbach/Nohr 2005, 45). 
Bei mehr als drei Autoren wird in der Quellenangabe mit dem lateinischen Ausdruck „et al.“ abgekürzt: (Bergmann et al. 1997, 34).

* Zitat eines anderen Autors


Wird in einem Text ein anderer Autor zitiert, dessen Zitat man ebenfalls in seine eigene Arbeit übernehmen will, so wird dieses Zitat in der Quellenangabe durch den Zusatz „zitiert nach“ gekennzeichnet: (Foucault; zit. nach Nohr 2004, 34).

* Zitate sind kein Selbstzweck
Neben der Einhaltung einer einheitlichen und korrekten Zitierweise ist es ebenso entscheidend, keine Angst vor eigenen Erkenntnissen zu haben. Nicht jeder Satz Ihrer Hausarbeit muss belegt sein. Eine Aneinanderreihung von Zitaten zu einem Thema stellt noch keine wissenschaftliche Arbeit dar. Diskutiert die Argumente anderer Autoren, widerlegt oder vergleicht sie und zieht eigene Schlussfolgerungen daraus. Sofern es sich nicht um rein faktische Daten handelt, muss aber nachvollziehbar bleiben, woher ihr die Erkenntnisse habt. Das Aufführen der Texte in der Literaturangabe am Schluss der Arbeit reicht dafür nicht.

* Internetquellen

... ersetzen keine Literaturrecherche. Grundsätzlich gilt, dass eine wissenschaftliche Fachveröffentlichung aus dem Internet gleichwertig zu einer gedruckten Quelle ist. Gerade Wissenschaftler und Forschungsverbünde publizieren zunehmend im Internet und stellen zumeist auch die Zitierfähigkeit ihrer Texte sicher (Seitenzahlen, gesicherte Zugriffsmöglichkeit). Ein Problem dagegen sind essayistische, journalistische oder private Quellen: Hier ist oft schon kurz nach Auffinden eines interessanten Artikels, eines Zitats, eines Materials o. ä. die Quelle nicht mehr auffindbar – was zum Nachvollzug der Thesenbildung schwer ist. Ebenso verführt das Internet dazu, den Großteil seiner Arbeit aus Netzquellen zu bestreiten (als Ausnahme gelten natürlich Arbeiten, die sich gerade mit dem Internet beschäftigen). Als Faustregel gilt: Dozenten werden misstrauisch, wenn mehr als ein Fünftel der Quellen aus dem Netz sind. Da im Internet noch nicht allzu lange publiziert wird, findet sich dort häufig eine reiche Auswahl an aktuellen Texten – man vergisst aber gerne, dass mehrere Tausend Jahre Schrifttradition in den Bibliotheken in physischer Form bereit liegen. Und nicht immer ist das neue Argument das bessere…

* Copy&Paste

... aus Internetquellen ist im Rahmen der Einfügung eines normalen Zitats, das als solches korrekt ausgewiesen ist, selbstverständlich möglich. Das Verwenden von fremden Textpassagen in der eigenen Arbeit, ohne deren Kenntlichmachung als Zitat, ist dagegen ein grober Verstoß gegen den wissenschaftlichen Codex. Die Quellen aller direkten und indirekten Zitate müssen offen gelegt werden. Sonst handelt es sich um ein Plagiat. Ein Plagiatsfall in einer Prüfungsarbeit zieht ein Verfahren zur Exmatrikulation nach sich!

Der Harvard-Style stellt eine Zitiertechnik1 dar, bei der Quellen innerhalb des Textes angegeben werden. Dies geschieht in Klammern; bei indirekten Zitaten steht ein „vgl.“ davor. Wie bei jeder anderen Zitiertechnik auch, muss eine Quellenangabe dann erfolgen, wenn der direkte Wortlaut einer Quelle übernommen wurde (vgl. Beispiel 1) oder Gedankengänge des Autors indirekt mit in die Arbeit einfließen (vgl. Beispiel 2). Wird ein Autor mehrfach zitiert, ohne dass sich dazwischen Zitate eines anderen Autors befinden, so kann mit einem „vgl. ebd.“ gearbeitet werden.2

Zu beachten ist, dass nach dem Harvard-Style sowohl mit Doppelpunkten als auch mit einem Komma und der Abkürzung für Seite gearbeitet werden kann; dies gilt sowohl für direkte (vgl. Beispiel 1) als auch für indirekte Zitate (vgl. Beispiel 2).

Die Quellenangabe steht dabei grundsätzlich mit im Satz und nicht dahinter; bei direkten Zitaten hinter den Abführungszeichen, bei indirekten Zitaten hinter dem letzten Wort des Satzes, aber vor dem Punkt (vgl. Beispiel 2).

Generell macht es keinerlei Unterschied, ob du einen Autor zitierst oder mehrere Autoren unterschiedlicher Werke (vgl. Beispiel 3) bzw. mehrere Autoren eines Werkes (vgl. Beispiel 4).

Auch Internetquellen werden – wenn möglich – ebenso zitiert wie alle anderen Quellen. Handelt es sich um Studien, bei denen Seiten vorhanden sind, werden diese mit angegeben. Ansonsten reichen der Nachname des Autors (oder des Herausgebers) und die Jahreszahl (vgl. Beispiel 6), einige Universitäten erlauben es auch, einen Link zu der jeweiligen Webseite einzufügen.

Wird in direkten Zitaten etwas ausgelassen oder werden Wörter verändert, um sie der Grammatik des eigenen Satzes anzupassen, muss dies kenntlich gemacht werden. Dies geschieht durch runde oder eckige Klammern. Gleiches gilt für Anmerkungen im Zitat selbst (vgl. Beispiel 7).

Fußnoten werden beim Harvard-Style lediglich genutzt, um Anmerkungen zum Geschriebenen zu machen, die bspw. im Text zu weit führen würden, aber trotzdem Erwähnung finden sollen. Für Quellenangaben werden nie Fußnoten verwendet.

Beispiel 1)
Direktes Zitat:

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003: 9) zu betrachten.

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Beispiel 2)
Indirektes Zitat:

Die Architextualität beschäftigt sich damit, wie die Zuordnung eines Textes zu einer Kategorie stattfindet und einer Gattung zugeordnet wird (vgl. Genettes 1993: 44).

Die Architextualität beschäftigt sich damit, wie die Zuordnung eines Textes zu einer Kategorie stattfindet und einer Gattung zugeordnet wird (vgl. Genettes 1993, S. 44).

Beispiel 3)
Mehrere Autoren unterschiedlicher Werke:

Das Bild der romantischen Liebe veränderte sich im Zuge der Entwicklung der modernen Familien (vgl. Horkheimer 2007: 225; Luhmann 1982: 9).

Das Bild der romantischen Liebe veränderte sich im Zuge der Entwicklung der modernen Familien (vgl. Horkheimer 2007, S. 225; Luhmann 1982, S. 9).

Beispiel 4)
Zwei Autoren eines Werkes:

Innerhalb von Unternehmen äußerten 38 Prozent der Vorgesetzten die Angst, dass bei der Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund gewisse Sprachbarrieren entstehen könnten (vgl. Enggruber/Rützel 2015: 9).

Innerhalb von Unternehmen äußerten 38 Prozent der Vorgesetzten die Angst, dass bei der Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund gewisse Sprachbarrieren entstehen könnten (vgl. Enggruber/Rützel 2015, S. 9).

Beispiel 5)
Mehr als zwei Autoren eines Werkes

Schon in der römischen und griechischen Antike fand eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Engel in Verbindung mit Gottheiten statt. Bezeichnet wurden sie als Zwischenwesen und – ähnlich den christlichen Engeln – auf ihren Schultern saßen Flügel (vgl. Vorgrimler/Bernauer/Sternberg 2008: 13).

Schon in der römischen und griechischen Antike fand eine Auseinandersetzung mit dem Konzept der Engel in Verbindung mit Gottheiten statt. Bezeichnet wurden sie als Zwischenwesen und – ähnlich den christlichen Engeln – auf ihren Schultern saßen Flügel (vgl. Vorgrimler/Bernauer/Sternberg 2008, S. 13).

Beispiel 6)
Internetquellen

„Das Internet ist weiß, männlich und tut alles, damit das so bleibt. Nach einem Jahrzehnt mit Facebook, Reddit und Twitter ist mein persönliches Zwischenfazit, dass die Dienste daran nichts ändern wollen. Sie sind nicht bereit, die Konsequenzen aus dem zu ziehen, was sie selbst predigen“ (Tanriverdi 2015).

Beispiel 7)
Auslassungen, Veränderungen, Anmerkungen und Falschschreibungen

Auslassung

Die Funktion der Ehe ist als „Grundstein der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen […]“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Veränderungen

Die Funktionen von Ehen sind die „Grundstein[e] der Familie und als Zentrum der geistig-seelischen Entwicklung des Menschen und andererseits als ökonomisch-politischer Nutzfaktor“ (Do 2003, S. 9) zu betrachten.

Anmerkung

„Sie [Anm. d. Verf.: die Internetportale] sind nicht bereit, die Konsequenzen aus dem zu ziehen, was sie selbst predigen“ (Tanriverdi 2015).

Falschschreibungen

Befinden sich Tipp-, Grammatik- oder ähnliche Fehler im Original, übernimmst du diese zwar, kennzeichnest dies jedoch durch ein [sic!] hinter dem jeweils fehlerhaften Wort. Aus Gründen der Lesbarkeit wird auf ein [sic!] verzichtet, wenn Textstellen zitiert werden, die noch in alter Rechtschreibung geschrieben sind.

Leave a Comment

(0 Comments)

Your email address will not be published. Required fields are marked *